October 3, 2026 - October 11, 2026 (All Day)
**Eine 3-teilige multimediale Sound- und Videoinstallation von Sascha Rosemarie Höfer**
**PART 1: PLUTO 03.10. - 11.10.2026**
PART 2: STINTMARKT 13.10. - 20.10.2026
PART 3: Q-RECORDS 20.10. - 30.10.2026
LIVE:
**10.10. mosaique \[mit Jens Balzereit\] 19.00Uhr**
18.10. Stintmarkt \[mit Sven Lütgen\] 19.00 Uhr
23.10. Q-records \[mit Ü-Gast\] 19.00 Uhr
[www.sascha-r-hoefer.de](http://www.sascha-r-hoefer.de)
Interventionen3: »Das Problem der nächstgelegenen Punkte«
03.10 - 30.10.2026
**In der Informatik beschreibt »Das Problem der nächstgelegenen Punkte« die mathematische Suche nach dem kleinsten Abstand in einer unendlichen Menge. In der menschlichen Erfahrung beschreibt es das Wagnis jeder Beziehung.**
**PART1**: »Die Illusion der Distanz« Solange wir Abstand halten, bleibt die Welt überschaubar. Wir bewegen uns als isolierte Punkte durch den Raum geschützt vor Urteilen, gefeit vor Verletzungen. Erst wenn sich zwei Punkte annähern, entsteht aus Quantität eine neue Qualität: Eine Beziehung.
**PART2**: »Das Paradox der Reibung« Wo der Abstand gegen Null geht, endet die Bequemlichkeit. Das mathematische Minimum ist der Ort der maximalen Reibung. Die Person, die uns am nächsten steht, wird zu unserem schärfsten Spiegel. Sie bringt nicht nur Geborgenheit, sondern lässt unsere tiefsten Schatten sichtbar werden. Nahe zu sein bedeutet, nicht mehr ausweichen zu können.
**PART3**: Der Algorithmus teilt den Raum auf: in LINKS und RECHTS. In ICH und DU. Er zieht eine vertikale Linie genau durch die Mitte der Punktmenge. Doch die tiefste Verbindung ensteht nicht im Schutz der eigenen Hälfte. Sie zeigt sich im Schwellenraum der Nahstelle – dort, wo zwei Wesen ihre gewohnten Territorien verlassen und sich ungeschützt an der Grenze begegnen.
Die Installation berechnet nicht nur Daten, sie zieht unsichtbare Linien. Sie fragt nach den Spannungsfeldern, die entstehen, wenn wir einander näherkommen – und fordert uns auf, im Raum der Begegnung die Reibung der Nähe auszuhalten.
Das Ziel des Algorithmus ist das Minimum, der geringste Abstand. Um dieses nicht durch zeitintensives Vergleichen „Jeder-mit-jedem (Brute-Force)“ zu suchen, nutzt die Informatik das Prinzip Divide and Conquer:
1. Der Raum wird halbiert (teilen) Der Algorithmus zieht eine vertikale gedankliche Linie genau durch die Mitte der Punktmenge. Er teilt den Raum strikt in eine linke und eine rechte Hälfte. Das Aufteilen des Raum entspricht dem menschlichen Impuls, die Welt starr in „ICH“ (links) und „DU“ (rechts) zu trennen, um Komplexität zu reduzieren und sich abzugrenzen.
2. Das Problem wird lokal gelöst (herrschen) Suche nach dem kleinsten Abstand innerhalb der linken wie innerhalb der rechten Hälfte. Er tut so, als gäbe die jeweils andere nicht. Die Suche in den eigenen Hälften steht für das Verharren im eigenen, vertrauten Territorium.
3. Die Grenzen überwinden (zusammenfügen) Das absolut engste Paar könnte aber genau auf der Trennlinie liegen. Ein Punkt steht links ein anderer rechts. Deshalb prüft der Algorithmus am Ende gezielt den schmalen Streifen rund um diese Mitte. Der Blick auf die Schnittstelle ist das eigentlich Wagnis: Das Erkennen, dass die tiefste Nähe oft nicht im eigenen Bereich liegt, sondern genau an der Nahtstelle entsteht, an der zwei getrennte Hälften aufeinandertreffen.